Thrasymachos: Das Kooperationsargument

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Thrasymachos: Das Kooperationsargument

Sokrates will nun zeigen, daß die Gerechtigkeit der Ungerechtigkeit überlegen ist. Aus der Überlegung heraus , daß die Gerechtigkeit Weisheit und Tugend sei, zeigt sich, daß sie damit auch kraftvoller sein muß als das Unrecht, das sich als Unwissenheit gezeigt hat. Nun fragt Sokrates: wenn ein Staat einen anderen Staat mit Unrecht unterworfen und besiegt hat, regiert dieser nun mit Gerechtigkeit oder mit Unrecht? Thrasymachos meint, daß wenn Sokrates recht hat, die Regierung gerecht wäre, ist seine Behauptung aber wahr, wäre sie unrecht. Für Sokrates bedeutet dies: wenn ein Staat ein ungerechtes Unternehmen ausführt, so gelingt es nur, wenn die Übeltäter untereinander einig bleiben und nicht auch gegenüber Unrecht verüben. Da aber Ungerechtigkeit überall Haß und Feindschaft erzeugt, kann diese nichts vollbringen, weil alle nach ihrem eigenen Gutdünken handeln. Um etwas leisten zu können, müssen sie untereinander gerecht bleiben. Somit verdankt die Ungerechtigkeit ihren Erfolg letzten Endes der Gerechtigkeit.

Hier unterschlägt Sokrates aber die entscheidende Grundthese von Thrasymachos` Gerechtigkeitsdefinition. Der Starke handelt nach dem ihm Zuträglichen. Wenn das Zuträgliche für ihn die Kooperation mit anderen darstellt, wird er sie schwerlich ausschlagen. Dieses Argument ist nicht angreifbar und so übergeht Platon es auch stillschweigend. Denn vordergründig geht es in diesem Moment darum zu zeigen, daß Unrecht nicht „schafft, sondern zerstört, und letztlich sich selbst zerstört.“ So untersucht Sokrates dann auch im letzten Gegenargument, wer von beiden - ob nun der Gerechte oder Ungerechte - ein glückseligeres Leben führt.

 




 


 

 

 

 

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