Pokemarchos: Gerechtigkeit und Techne

Start Einleitung Kephalos: Definition der Gerechtigkeit Polemarchos: Definition der Gerechtigkeit Polemarchos: Gerechtigkeit und Techne Die Erziehung des Philosophenkönigs Die Idee des Guten und die Gerechtigkeit Aufgabenbereich der Gerechtigkeit bei Polemarchos Thrasymachos: Definition der Gerechtigkeit Thrasymachos: Die ersten Gegenargumente Thrasymachos: Das Pleonexie-Argument Thrasymachos: Das Kooperationsargument Thrasymachos: Das Ergon-Argument Schluss

 


Gerechtigkeit und Techne

Jedem das Schuldig zu erweisen entspricht dem Wesen der Techne. Hierbei läßt der Fachmann seinem jeweiligen Objekt das Gebührende zukommen. Doch dieser unterscheidet nicht nach Freund oder Feind. Vorbehaltlos gibt er das, was er durch die Beherrschung seines Fachs vermag, ob nun Arzt oder Steuermann, und er achtet nicht auf Schaden oder Nutzen, sondern gibt das Beste und somit Gutes.

Wolfgang Kersting kritisiert an Platons Gedankengang, daß die Gerechtigkeit nicht als eine Techne aufgefaßt werden kann. Dabei übersieht er aber, daß die gesamte Politeia unter der Federführung zur Erlernung der Gerechtigkeit steht. Die Erziehung des Philosophen zur Erkenntnis des Guten, bedeutet nichts anderes als die Erkenntnis, was zu einer gerechten Staatsführung nötig ist. Somit stellt Sokrates denn auch für ihn folgerichtig die Gerechtigkeit an die Seite von zu erlernenden Tätigkeiten.

Jede Art von Können, Geschicklichkeit, Kunstfertigkeit und Kenntnis der Episteme (Wissenschaft) ist ursprünglich fast bis zur Identität mit dem Wissen verwandt. Die Kenntnis der Episteme, die methodisch erworbene Fähigkeit des Spezialisten, sind für Platon Voraussetzung zur Erlangung der Idee des Guten. Es scheint hier angebracht, die systematische Erlernung der Idee des Guten, wie sie Platon im Buch 6 der Politeia aufzeigt, kurz darzustellen